DEKRA-geprüfter Bausachverständiger für Regensburg

Auf einen Blick

Leistung
Bauthermografie
Dauer
2–3 Stunden
Umfang
Infrarot-Analyse der Gebäudehülle
Termin
Oktober–März (Heizperiode)

Die Bauthermografie macht sichtbar, was Putz, Tapete und Verkleidung verbergen. Eine Infrarotkamera erfasst die Oberflächentemperatur eines Bauteils und stellt sie als Wärmebild dar. Aus den Temperaturmustern lassen sich Wärmebrücken, fehlende oder verrutschte Dämmung, Luftundichtigkeiten und verdeckte Durchfeuchtungen ableiten, und zwar ohne die Bausubstanz zu öffnen. Als DEKRA-zertifizierter Bausachverständiger mit Sitz in 95448 Bayreuth führe ich Thermografieuntersuchungen für Regensburg an Wohngebäuden, Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten durch.

Ein Wärmebild ist dabei kein Beweis für sich, sondern ein Befund, der interpretiert werden muss. Eine kalte Stelle kann eine Dämmlücke sein, eine Leckage, ein feuchtes Bauteil oder schlicht ein Möbelstück, das an der Wand steht. Die fachliche Leistung liegt in der Deutung, nicht im bunten Bild.

Warum die Thermografie für Regensburg besonders nützlich ist

Regensburg hat einen Gebäudebestand, der von außen kaum verändert werden darf. Die Altstadt mit Stadtamhof ist seit 2006 UNESCO-Welterbe, das Ensemble umfasst 984 Einzeldenkmäler. Eine Außendämmung scheidet dort in aller Regel aus, weil sie das Erscheinungsbild und die Substanz verändern würde. Damit bleibt nur die Innendämmung, und die ist bauphysikalisch heikel: Sie verschiebt den Taupunkt in die Konstruktion. Wer hier ohne belastbaren Befund plant, riskiert Kondensat hinter der Dämmung und Schimmel dort, wo ihn niemand sieht.

Genau an dieser Stelle liefert die Thermografie die Grundlage. Sie zeigt, wo die Wand tatsächlich kalt ist, wo Betonbauteile oder Ringanker durchbinden, wo Fenster- und Deckenanschlüsse Wärme verlieren und wo bereits Feuchtigkeit im Bauteil steckt. Erst mit diesem Bild lässt sich eine Innendämmung so planen, dass sie funktioniert, etwa mit kapillaraktiven Systemen in den kritischen Bereichen statt mit einer dampfdichten Platte über die ganze Fläche.

Der zweite große Anwendungsfall: Nachkriegs- und Geschosswohnungsbau

Rund um die Universität am Galgenberg und in den Wohnquartieren, die seit den 1960er- und 1970er-Jahren entstanden sind, prägen Geschosswohnungsbauten das Bild. Sie tragen die typischen Schwächen ihrer Bauzeit: dünne oder fehlende Dämmung, auskragende Betonbalkone als durchlaufende Wärmebrücke, ungedämmte Rollladenkästen, Heizkörpernischen mit reduzierter Wandstärke und Fensteranschlüsse ohne thermische Trennung. In der Konradsiedlung und in vergleichbaren Siedlungsbeständen kommen Zeilenbauten hinzu, deren Fassaden in mehreren Wellen nachgerüstet wurden. Die Thermografie zeigt, was von diesen Nachrüstungen tatsächlich am Bau angekommen ist.

Und im Neubau?

Auch am anderen Ende der Altersskala ist die Thermografie sinnvoll. In den Neubaugebieten für Burgweinting, Oberisling und am Brandlberg entstehen Häuser mit hohem Dämmstandard und dichter Gebäudehülle. Gerade dort wirken sich Ausführungsfehler unmittelbar aus: eine unsauber verklebte Dampfbremse im Dach, eine nicht verfüllte Fuge an der Fußpfette, eine Durchdringung für die Lüftungsanlage, die nur mit Bauschaum geschlossen wurde. In Kombination mit einer Luftdichtheitsmessung deckt die Thermografie solche Stellen zuverlässig auf, solange sie noch ohne großen Aufwand nachzubessern sind. Das gehört für mich zur baubegleitenden Qualitätssicherung.

Was eine Bauthermografie aufdeckt

  • Wärmebrücken an Balkonplatten, Deckenauflagern, Ringankern, Fensterstürzen und Rollladenkästen
  • Fehlende, verrutschte oder durchfeuchtete Dämmung in Dach, Außenwand und Kellerdecke
  • Luftundichtigkeiten an Fenster- und Türanschlüssen, Durchdringungen, Dachanschlüssen und Steckdosen in der Außenwand
  • Verdeckte Durchfeuchtungen, die sich durch Verdunstungskälte als kühlere Zone abzeichnen
  • Leckagen in Fußbodenheizungen und der Verlauf von Heizleitungen im Estrich
  • Konstruktive Details, die aus den Plänen nicht hervorgehen, etwa Stahlträger oder aufgefüllte Nischen im Bestand

Wann Thermografie funktioniert und wann nicht

Ein Wärmebild ist nur so gut wie die Randbedingungen, unter denen es entsteht. Für belastbare Aussagen an der Gebäudehülle braucht es eine deutliche Temperaturdifferenz zwischen innen und außen, in der Praxis mindestens rund 15 Kelvin. Das begrenzt die Untersuchung faktisch auf die Heizperiode zwischen etwa November und März.

Für Regensburg kommt eine örtliche Besonderheit hinzu. Im Talraum von Donau und Regen bilden sich im Winter häufig Nebel- und Inversionslagen. Feuchte, kalte Luft an der Fassade und eine dünne Feuchteschicht auf der Oberfläche verfälschen die Messung. Ich prüfe deshalb vor jedem Termin die Witterung und lege die Aufnahmen möglichst in die frühen Morgenstunden bei trockener Fassade und bedecktem Himmel oder nach längerer Nacht ohne Sonneneinstrahlung. Direkte Besonnung, starker Wind, Regen und Raureif machen Außenaufnahmen wertlos.

Vor dem Termin sollte das Gebäude mindestens zwölf Stunden gleichmäßig beheizt sein. Möbel und Vorhänge sollten von den zu untersuchenden Außenwänden abgerückt werden, sonst messen Sie den Schrank und nicht die Wand.

Ablauf einer Thermografie für Regensburg

Vorbereitung

Wir klären den Anlass: geplante Sanierung, Verdacht auf Feuchte, Streit über eine Wärmebrücke, Abnahme eines Neubaus, Kaufentscheidung. Danach lege ich die Randbedingungen fest und stimme den Termin auf die Witterung ab.

Aufnahme vor Ort

Ich fotografiere die Fassaden systematisch von allen zugänglichen Seiten und ergänze Innenaufnahmen an den kritischen Bauteilen. Zu jedem Wärmebild gehört ein Realbild, dazu erfasse ich Innen- und Außentemperatur, relative Luftfeuchte und die Materialoberflächen, deren Emissionsgrad in die Auswertung eingeht. Wo es nötig ist, kombiniere ich die Aufnahmen mit einer Feuchtemessung, denn Feuchtigkeit und Wärmebrücke sehen im Wärmebild ähnlich aus und haben doch völlig verschiedene Ursachen.

Auswertung und Bericht

Sie erhalten einen Bericht mit den Thermogrammen, den zugehörigen Realbildern, den Messbedingungen und einer fachlichen Bewertung jeder Auffälligkeit. Dazu kommt eine Einordnung: Welche Stelle ist bauphysikalisch kritisch, welche ist nur auffällig, aber unbedenklich, und welche Maßnahme lohnt sich vorrangig. Diese Priorisierung ist für die weitere Sanierungsberatung oft wichtiger als das Bild selbst.

Ein Beispiel aus der Praxis

Ein Eigentümer beklagte, dass eine Wohnung im obersten Geschoss eines sanierten Altbaus trotz voll aufgedrehter Heizung nicht warm wurde. Der Verdacht fiel zuerst auf die Heizungsanlage. Die Thermografie zeigte ein anderes Bild: Über der abgehängten Decke zeichnete sich ein breiter kalter Streifen entlang der Traufe ab, an einer Stelle unterbrochen von einem deutlich wärmeren Bereich. Bei der anschließenden Bauteilöffnung fand sich eine Dämmung, die beim Ausbau nicht bis zur Fußpfette geführt worden war, dazu eine offene Fuge in der luftdichten Ebene. Die Heizung war in Ordnung, die Wärme verschwand ins Dach. Ohne Wärmebild wäre der Eigentümer vermutlich bei einer neuen Heizungsanlage gelandet, ohne das Problem zu lösen.

Thermografie und Luftdichtheitsmessung gehören zusammen

Wärmeverluste entstehen nicht nur durch schlechte Dämmung, sondern auch durch Luftströmungen. Warme, feuchte Raumluft, die durch eine undichte Fuge in die Konstruktion strömt, kühlt dort ab und gibt ihre Feuchtigkeit an das Bauteil ab. Das ist bauphysikalisch der gefährlichere Vorgang, weil er nicht nur Energie kostet, sondern Holz und Dämmstoff durchfeuchtet.

Sichtbar wird das erst, wenn man das Gebäude in Unterdruck versetzt. Bei einer Luftdichtheitsmessung wird die Innenluft abgesaugt, sodass Außenluft durch alle Leckagen einströmt. Diese Leckagen zeichnen sich im Wärmebild als klar begrenzte, oft strahlenförmige Kältefahnen ab, etwa an der Fußpfette, an Dachanschlüssen, an Kehlbalken, an Steckdosen in der Außenwand oder an der Traufe. Ohne Unterdruck bleiben viele dieser Stellen unauffällig. Bei Neubauten und bei Dachgeschossausbauten empfehle ich deshalb, beide Verfahren zu kombinieren, solange die Konstruktion noch zugänglich ist.

Was die Thermografie nicht leisten kann

Ein Wärmebild zeigt Oberflächentemperaturen, keine Bauteilaufbauten. Es sagt nicht, wie dick eine Dämmung ist, und es blickt nicht durch Wände. Hinter einer Vorsatzschale, hinter einer belüfteten Fassade oder hinter einer Verkleidung sieht man schlicht die Verkleidung. Auch der U-Wert eines Bauteils lässt sich aus einem Thermogramm nicht ableiten, dafür braucht es eine Wärmestrommessung oder eine Bauteilöffnung. Wer damit wirbt, aus dem Wärmebild allein den Sanierungsbedarf einer Fassade beziffern zu können, verspricht zu viel. Ich sage deshalb klar, was aus dem Befund folgt und was noch offen bleibt.

Thermografie beim Immobilienkauf

Ein Energieausweis beschreibt einen Rechenwert, kein Bauwerk. Wie eine Fassade tatsächlich gedämmt ist, ob die Dachdämmung durchgehend liegt und ob hinter der frisch verputzten Wand Feuchtigkeit steht, sagt er nicht. Deshalb ergänze ich die Hauskaufberatung auf Wunsch um eine Thermografie, wenn die Jahreszeit es zulässt. Das Ergebnis ist eine sachliche Grundlage für die Preisverhandlung und für die Frage, was nach dem Kauf zuerst zu tun ist. Was sich damit an Feuchte- und Schimmelursachen klären lässt, beschreibe ich auf der Seite zu Feuchte- und Schimmelpilzschäden.

Unabhängige Auswertung

Ich verkaufe weder Dämmstoffe noch Heizungen und bin an keinen Handwerksbetrieb gebunden. Wenn eine Fassade in Ordnung ist, steht das im Bericht. Wenn eine Maßnahme technisch möglich, aber wirtschaftlich fragwürdig ist, sage ich das ebenfalls. Einen Überblick über meine Leistungen und den Rahmen der Beauftragung finden Sie unter Kosten. Für einen Termin in der Heizperiode nehmen Sie bitte frühzeitig über die Kontaktseite Verbindung auf, die geeigneten Wetterlagen sind begrenzt.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Bauthermografie für Regensburg?

In der Heizperiode, etwa zwischen November und März. Nötig ist eine Temperaturdifferenz von rund 15 Kelvin zwischen innen und außen. Ideal sind trockene, bedeckte Tage in den frühen Morgenstunden. Nebel- und Inversionslagen im Talraum von Donau und Regen können die Messung verfälschen, deshalb stimme ich den Termin auf die Witterung ab.

Wie muss ich das Gebäude vorbereiten?

Heizen Sie das Gebäude mindestens zwölf Stunden gleichmäßig durch und halten Sie die Raumtemperatur konstant. Rücken Sie Möbel und Vorhänge von den zu untersuchenden Außenwänden ab und lassen Sie Rollläden während der Nacht vor dem Termin oben. Fenster sollten unmittelbar vor der Messung nicht gekippt sein.

Erkennt die Thermografie auch Feuchtigkeit?

Sie zeigt Bereiche, die durch Verdunstungskälte kühler sind, und liefert damit einen belastbaren Hinweis auf Durchfeuchtung. Ein sicherer Nachweis erfordert aber eine ergänzende Feuchtemessung, denn eine kalte Zone kann auch eine Dämmlücke oder eine Luftundichtigkeit sein. Ich kombiniere beide Verfahren deshalb regelmäßig.

Ist Thermografie bei denkmalgeschützten Häusern sinnvoll?

Gerade dort. In der Welterbe-Altstadt scheidet eine Außendämmung meist aus, sodass nur eine Innendämmung bleibt. Diese verschiebt den Taupunkt in die Konstruktion und muss deshalb genau geplant werden. Die Thermografie zeigt zerstörungsfrei, wo die Wand wirklich kalt ist und wo Bauteile durchbinden.

Ersetzt ein Wärmebild ein Gutachten?

Nein. Ein Thermogramm ist ein Befund, der interpretiert werden muss. Erst die Bewertung der Randbedingungen, des Emissionsgrads und der Bauteilaufbauten macht daraus eine belastbare Aussage. Sie erhalten deshalb immer einen schriftlichen Bericht mit Realbild, Messbedingungen und fachlicher Einordnung.

Lohnt sich Thermografie vor dem Hauskauf?

Wenn die Jahreszeit passt, ja. Der Energieausweis beschreibt einen Rechenwert, nicht den tatsächlichen Zustand. Ob die Dachdämmung durchgehend liegt oder hinter dem frischen Putz Feuchtigkeit steht, zeigt erst die Messung. Das Ergebnis ist eine sachliche Grundlage für die Preisverhandlung.

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